Und aus dem Mädchen wurde ein Schwan …
Es war einmal eine Prinzessin die von einem bösen Zauberer namens Rotbart in einen Schwan verwandelt wurde und der Zauber konnte nur durch die wahre Liebe gebrochen werden. Ein Prinz, der auf der Jagd war, sah den Schwan und wollte ihn mit seiner Armbrust schießen, als die Schwanenkönigin vor ihn trat und ihm erzählte, dass der Schwan die verzauberte Prinzessin Odette war. Der Prinz verliebt sich in die Prinzessin und schwört ihr ewige Liebe und Treue. Doch Rotbart hat beide belauscht und als am nächsten Abend der Prinz einen Ball gibt um sich eine Braut auszusuchen schickt er das Geschöpf Odile, das Odettes verführerisches, negatives Ebenbild verkörpert. Der Prinz glaubt seine geliebte Schwanenprinzessin vor sich zu haben und schwört ihr erneut ewige Liebe und Treue. Rotbart triumphiert über die gelungene Täuschung, doch Odettes Geist erscheint und der Prinz eilt, wütend über die Täuschung, zum See um sich bei Odette zu entschuldigen. Diese verzeiht ihm, doch Rotbart schickt eine Flutwelle um den Prinzen zu töten. Odette wirft sich in die Fluten um ihren Prinzen zu retten und stirbt dabei.

Es ist eine tragische Geschichte und nicht immer geht das Stück „Schwanensee“ so dramatisch aus(manchmal überlebt auch nur Odette oder beide sterben oder beide überleben), doch in dem neuen Film „Black Swan“ mit Natalie Portman in der Hauptrolle ist alles an Dramaturgie gegeben.
Dieser Film, von dem ich erst eine harmlose Geschichte über das harte Leben und Streben einer Ballerina erwartete, übertrifft an Schauspielerischer Leistung, körperlicher Akrobatik, Dramaturgie und Realitätsbezug alles was ich in letzter Zeit gesehen habe.
Wir alle kennen Natalie Portman. Das kleine Mädchen, dass ihre erste große Rolle in „Leon, der Profi“ und später als Königin Amidala in „Star Wars“ aufwartete und von dem man bisher nur selten mitbekam, dass sie auch mal anspruchsvollere Rollen spielte, wie in „Wo dein herz schlägt“ und „V wie Vendetta“. „Black Swan“ hingegen ist auch deswegen so beeindruckend, weil man selbst als Zuschauer nicht mehr unterscheiden kann wo die Realität und der Wahnsinn dieser Inszenierung anfängt. Mehr als einmal keuchte das gesamte Publikum auf, kreischte und fühlte den Horror, die Anstregung und Panik, die „Nina“ auf ihrem weg zur Prima Ballerina durchmacht.
Keineswegs zu verachten sind die Nebendarsteller wie Wynona Rider, bei der ich in letzter zeit jedoch bedauere dass sie nur noch Rollen als abgeschlagene, alte Frau bekommt; Mila Kunis, die manche vielleicht noch aus der Serie „Die wilden Siebziger“ kennen und die eine perfekte Balance zwischen eiskalt, unberechenbar und liebenswürdig hinbekommt; und zu guter Letzt natürlich Vincent Cassel, der Trainer, der unbamherzig und rücksichtslos die Talente und den Druck ausnutzt der Nina belastet, bei dem ich mich jedoch freue ihn einmal in einer solchen Rolle zu sehen. Ihm ist die Rolle des Unbamherzigen aber auch manchmal ins Gesicht geschrieben.
Wie schon gesagt ist der Film äußerst dramatisch, mit einem hauch zum Horror, jedoch verdammt lebendig und beeindruckend dargestellt.
Also seht ihn euch an.
Bis bald und lasst die Federn fliegen…

