Das Mysterium Alice im Wunderland – oder was mich alles daran beschäftigt

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WARNUNG!!!! Dieser Text enthält Spoiler! Wer also noch nicht den Film von Tim Burton geguckt hat und ihn noch sehen möchte, sollte die ersten paar Absätze überspringen!

Zurzeit läuft wieder einmal ein Tim Burton Film in den Kinos: Alice im Wunderland.

Und ich, als großer, schon immer währender, Freund der Geschichte von Alice im Wunderland, hab ihn mir natürlich angesehen. Doch dabei sind viele viele Fragen aufgetaucht, vor allem bezüglich der Umsetzung Tim Burtons, die ich mir eigentlich sehr ans Original gehalten vorgestellt hatte. Doch schon die Grundgeschichte brachte mich zum Zweifeln an der Qualität des Films.

Im Film von Tim Burton kehrt Alice mit 19 jahren zurück ins Wunderland, doch dies heißt jetzt sogar Unterland. Alice glaubt zunächst an einen Traum, schließlich kannte sie dies schon aus ihrer Kindheit, doch bald zeigt sich, dass dem nicht so ist. Der Bandersnatch macht ihr mit seinen riesigen Pranken klar, dass das alles kein Traum ist, sondern grausame Realität.

Denn die rote Herzkönigin hat mittlerweile die Macht über ganz Unterland und alle köpfen lassen die ihr im Weg standen(sogar den Herzkönig). Sie hat ihre eigene Schwester, die weiße Schachkönigin, ihrer rechtmäßigen Herrschaft beraubt und verbannt. Das Volk leidet und braucht Hilfe.

Aus diesem Grund wird Alice, die kurz vor ihrer (eher unfreiwilligen) Verlobung (mit einem hässlichen, kleinen Adligen) steht, vom weißen Kaninchen ins Unterland gelotst um am Blumertag den Jabberwocky zu besiegen und damit die Rote Königin endgültig in die Verbannung zu schicken.

Doch Alice bestreitet DIE Alice zu sein, von der alle sprechen. Auch der Hutmacher erkennt, dass die Alice, die vor ihm steht, nicht ganz DIE Alice ist, die sie einmal war – noch nicht.

Bis zum Ende bestreitet Alice, dass sie die gesuchte Alice ist, doch trotz allem rettet sie den Hutmacher der von der roten Königin gefangen genommen wurde, dabei bekommt sie Hilfe durch die Grinsekatze.

Natürlich endet das Ganze im Happy End. Alice nimmt doch noch ihre Rolle an, erinnert sich an ihre Kindheit und die bereits erlebten Abenteuer im Wunderland und besiegt schließlich den Jabberwocky in einer an „Der Herr der Ringe“ erinnernden Szene( Frodo in Osgiliath auf der Ruine mit dem Nazgûl). Schließlich kehrt sie sogar wieder nach Hause zurück(durch den Kaninchenbau), auch wenn der Hutmacher sie gebeten hat doch im Wunderland zu bleiben, und wird schließlich eine Art Unternehmerin die durch die Welt reist.

Und nun zu den Kritikpunkten. Und es gibt eine Menge, wenn man sich an das Original halten will – und das hatte ich, gerade bei Tim Burton, erwartet!

Zunächst einmal sind die wichtigsten, dass Alice nicht träumt, sondern alles Realität ist und, dass das Wunderland Unterland heißt.

Alice ist als kleines Mädchen zum allerersten Mal ins Wunderland gelangt, als sie aus Langeweile einschlief. Und da Alice noch ein kleines und zudem sehr phantasievolles Kind ist, das sich gern in fremde Welten hineinträumt und zum Teil mit sich selbst spricht, schafft sie in diesem Traum das Wunderland. Sie überträgt die Menschen die sie kennt in ihren Traum und anders herum, denn plötzlich taucht ein Kaninchen auf und führt sie in diese scheinbar verrückte Welt.

Und warum Unterland? Nun, darauf ist mir selbst keine plausible Antwort eingefallen – Und Tim Burton auch nicht wirklich. Er sagte auf die Frage was der Unterschied sei, nur, dass man sich eben nur habe inspirieren lassen von der von Lewis Carroll geschrieben Geschichte.

Gut. Das macht an sich meine ganze Kritik zu Nichte, aber trotzdem macht es die Dinge im Film dadurch nicht logischer. Wobei Logik im Falle Alice auch ganz Fehl am Platz ist.

Gehen wir weiter zur Herzkönigin und zur Schachkönigin. Die Herzkönigin köpft im Film alle die ihr widersprechen oder ihr im Weg stehen und widerspricht damit einer Tatsache die besonders wichtig für das Kinderbuch Alice im Wunderland ist. Denn dort heißt es nämlich:

>>[…]Ich muss fort, um einige Hinrichtungen zu beaufsichtigen<<,[sagte die Königin…].

>>So ein Spaß! << sagte der Greif […].

>>Was ist ein Spaß? << fragte Alice.

>>Nun sie! << sagte der Greif. >>Das ist doch alles nur in ihrer Phantasie – keiner richtet hier nämlich überhaupt niemanden hin. […].

Und das ist auch die einzige Erklärung die zu solchen Phantastereien führt.

Weiter mit der Schachkönigin. Ich fragte mich zuerst, was sie in diesem Film suche, schließlich taucht sie auch im Buch erst in „Alice hinter den Spiegeln“ auf, also im zweiten Teil. Doch die Spiegel-Welt ist eine andere Welt als das Wunderland und viel viel unheimlicher als das Wunderland. Doch genau das ist wahrscheinlich der Punkt. Auch der Film ist viel düsterer als das Buch und vielleicht kommt dieser Teil ja aus dem zweiten Buch… wer weiß… Hier muss ich jedoch einmal anmerken dass ich es Klasse finde wie die Schachkönigin von Anne Hathaway dargestellt wurde! Auch wenn es wiederum der richtigen Schachkönigin überhaupt nicht gleicht…

Da wir gerade bei Schauspielern sind: Als Frau bin ich natürlich Fan von Johnny Depp, bzw. liebe seine Filme mit Tim Burton. Aber der Hutmacher, mein über alles geliebter Hutmacher, wurde von Johnny so falsch dargestellt wie es nur ging. Der Hutmacher ist verrückt, ebenso der Märzhase, die Grinsekatze und alle anderen Charaktere im Wunderland. Doch in Tim Burtons Film ist der Hutmacher rational, weinerlich, hilfsbereit, lieb, freundlich und last but not least, sogar in Alice verliebt. Das einzig Seltsame das geblieben ist, ist das Lispeln, das auch in Walt Disneys Animationsfilm vertreten ist.

Wie schon gesagt ist die Grinsekatze auch verrückt, doch auch sie handelt zu rational, hilft Alice wirklich und bewahrt sogar den Hutmacher davor geköpft zu werden.

Weiter auch mit 2 anderen Figuren die im Film auftraten: Der Jabberwocky und der Bandersnatch. Beide gibt es im Buch nicht wirklich. Sie existieren lediglich in einem Gedicht das Alice zu Beginn von „Alice hinter den Spiegeln“ begegnet.

Dieses Gedicht ist höchst interessant, denn es besteht aus Wörtern die es nicht gibt. Es sind sogar teilweise nur Laute die einen schaurigen Klang haben und nur aus diesem Grund benutzt wurden.

Im Film von Tim Burton trägt der Hutmacher selbst sogar ein kleines Stück daraus vor:

S’war blubbrig und die schleimge Toven

sind reibn und rembln in der web

ganz mimmrig warn die borogoven

und das mein gergaust treb

der Jabberwock mit Aug entflammt

und krall gepack und zahn gefletsch

geb auf den jabberwock wohl acht

und den frumlich Bandersnatch

er hält das mrotal Schwert am griff

die klinge schneidet stück für stück

es fließt ganz rot, es riecht nach Tod

er kehrt mit seinem kopf zurück

Hier einmal für euch das Englische Original:

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Beware the Jabberwock, my son!
The jaws that bite, the claws that catch!
Beware the Jubjub bird, and shun
The frumious Bandersnatch!

He took his vorpal sword in hand:
Long time the manxome foe he sought
So rested he by the Tumtum tree,
And stood awhile in thought.

And as in uffish thought he stood,
The Jabberwock, with eyes of flame,
Came whiffling through the tulgey wood,
And burbled as it came!

One, two! One, two! And through and through
The vorpal blade went snicker-snack!
He left it dead, and with its head
He went galumphing back.

And hast thou slain the Jabberwock?
Come to my arms, my beamish boy!
O frabjous day! Callooh! Callay!
He chortled in his joy.

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Exklusiv für euch auch noch eine tolle Interpretation von Lewis Carroll himself:

Und die Übersetzung von Christian Enzensberger:

Der Zipferlake

Verdaustig war’s und glasse Wieben
rotterten gorkicht im Gemank;
Gar elump war der Pluckerwank,
Und die gabben Schweisel frieben.

»Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!
Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr!
Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
Dem mampfen Schnatterrind!«

Er zückt‘ sein scharfbefifftes Schwert,
Den Feind zu futzen ohne Saum;
Und lehnt‘ sich an den Dudelbaum,
Und stand da lang in sich gekehrt.

In sich gekeimt, so stand er hier,
Da kam verschnoff der Zipferlak
Mit Flammenlefze angewackt
Und gurgt in seiner Gier!

Mit eins! Mit zwei! und bis aufs Bein!
Die biffe Klinge ritscheropf!
Trennt er vom Hals den toten Kopf,
Und wichernd springt er heim.

»Vom Zipferlak hast uns befreit?
Komm an mein Herz, aromer Sohn!
O blumer Tag! O schlusse Fron!«
So kröpfte er vor Freud.

Verdaustig war’s und glasse Wieben
rotterten gorkicht im Gemank;
Gar elump war der Pluckerwank,
Und die gabben Schweisel frieben.

Und nun, da wir diesen Vergleich haben, können wir sehen: es ist keine genaue Übersetzung. Es gibt auch gar keine genaue Übersetzung, man könnte es höchstens mit den Anweisungen im Buch versuchen, denn Humpty Dumpty erklärt im Buch einiges, hier mal das ganze auf Englisch. Ich hoffe für euch, dass ihr es lesen könnt :

[…]Humpty Dumpty interrupted: `there are plenty of hard words there. „BRILLIG“ means four o’clock in the afternoon — the time when you begin BROILING things for dinner.‘ `That’ll do very well,‘ said Alice: and „SLITHY“?‘

`Well, „SLITHY“ means „lithe and slimy.“ „Lithe“ is the same as „active.“ You see it’s like a portmanteau — there are two meanings packed up into one word.‘

`I see it now,‘ Alice remarked thoughtfully: `and what are „TOVES“?‘

`Well, „TOVES‘ are something like badgers — they’re something like lizards — and they’re something like corkscrews.‘

`They must be very curious looking creatures.‘

`They are that,‘ said Humpty Dumpty: `also they make their nests under sun-dials — also they live on cheese.‘

`Andy what’s the „GYRE“ and to „GIMBLE“?‘

`To „GYRE“ is to go round and round like a gyroscope. To „GIMBLE“ is to make holes like a gimblet.‘

`And „THE WABE“ is the grass-plot round a sun-dial, I suppose?‘ said Alice, surprised at her own ingenuity.

`Of course it is. It’s called „WABE,“ you know, because it goes a long way before it, and a long way behind it — ‚

`And a long way beyond it on each side,‘ Alice added.

`Exactly so. Well, then, „MIMSY“ is „flimsy and miserable“ (there’s another portmanteau for you). And a „BOROGOVE“ is a thing shabby-looking bird with its feathers sticking out all round — something like a live mop.‘

`And then „MOME RATHS“?‘ said Alice. `I’m afraid I’m giving you a great deal of trouble.‘

`Well, a „RATH“ is a sort of green pig: but „MOME“ I’m not certain about. I think it’s short for „from home“ — meaning that they’d lost their way, you know.‘

`And what does „OUTGRABE“ mean?‘

`Well, „OUTGRIBING“ is something between bellowing and whistling, with a kind of sneeze in the middle[…]

Wenn man das ganze auf diese Weise anpasst, gibt es bestimmt bessere Übersetzungen als die von Christian Enzensberger. Aber wie ich vermute, war ihm die Lautsprache wichtiger als die sinnhafte Übersetzung.

Bei dieser Szene im Buch, bzw. beim Gedicht des Jabberwocky bietet sich die fabelhafte Überleitung zu Walt Disneys Film von Alice im Wunderland an.

Walt Disney befand nämlich den Jabberwocky und den Bandersnatch als zu gruselig für einen Kinderfilm und ließ ihn deshalb weg. Jedoch übernahm die Grinsekatze in ihrem Lied einen Part aus dem Gedicht des Jabberwockys, nämlich folgenden Part:

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Wie man im Deutschen auf die Übersetzung

So irre und so Geist gestört

Der Uhu schreit, der Hirsch der röhrt

Die Tigerkatze hat’s gehört

was die Momeraths empört.

kam, ist mir nicht ganz klar, lediglich die Bedeutung der Momeraths wurde aus dem Englischen übernommen, denn diese zeigen Alice, die sich verirrt hat, in Walt Disneys Film tatsächlich den Weg nach Hause. (`Well, a „RATH“ is a sort of green pig: but „MOME“ I’m not certain about. I think it’s short for „from home“ — meaning that they’d lost their way, you know.‚)

Walt Disney hat außerdem, wie auch Tim Burton, beide Bücher zusammengelegt. So tauchen Diedeldei und Diedeldum(Tweedledum and Tweedledee) bereits zu Anfang des Films auf und erzählen Alice die „Geschichte von den neugierigen Austern“ oder auch „Das Walross und der Zimmermann“. Hier hat Walt Disney, ganz Originalgetreu, das Gedicht aus dem Buch in verkürzter Form als Lied-Version übernommen.

Auch aus dem zweiten Teil sind die sprechenden und singenden Blumen denen Alice direkt zu Beginn begegnet.

Was ich als erwähnenswert bei Walt Disney befinde, ist die Tatsache, dass Alice immer wieder mit sich selbst redet und sich selbst gute Ratschläge gibt, so wie es auch die Alice im Buch tut. Eine besondere Art ist das Lied „Very Good Advice“ dass sie, als sie traurig und verlassen irgendwo im Wunderland hockt, für sich singt.

Überhaupt hat Walt Disney auf viele kleine Details geachtet. Z.B. hat er das Schaukelpferdchen aus „Alice behind the looking glass“ durchs Bild hüpfen lassen oder die Sache mit dem Nichtgeburtstag, die meiner Erinnerung nach aus demselben Buch stammt, in die Tee-Party aus „Alice in Wonderland“ eingebaut.

Vergleichend kann man also festhalten, dass der erste Disney Film, von Walt Disney persönlich, deutlich besser gelungen ist als der von Tim Burton, da er sich, trotzdem auch er es gewagt hat beide Bücher in einen Film zu packen, an ein deutlich besser funktionierendes Konzept gehalten hat, das auch logisch gut funktioniert und beide Teile passend miteinander verbindet.

Nun aber noch einmal auf die Bücher zurück.

Nach langer, langer Zeit habe ich endlich wieder einmal diese außerordentlich komischen Bücher gelesen und mich köstlich über diese außerordentlichen Dialoge amüsiert.

Dieser hier z.B.(verzeiht dass ich alles im Originalton reinstelle, aber es ist nun mal köstlicher!):

`You look a little shy; let me introduce you to that leg of mutton,‘ said the Red Queen. `Alice — Mutton; Mutton — Alice.‘ The leg of mutton got up in the dish and made a little bow to Alice; and Alice returned the bow, not knowing whether to be frightened or amused.

`May I give you a slice?‘ she said, taking up the knife and fork, and looking from one Queen to the other.

`Certainly not,‘ the Red Queen, very decidedly: `it isn’t etiquette to cut any one you’ve been introduced to. Remove the joint!‘ And the waiters carried it off, and brought a large plum-pudding in its place.

`I won’t be introduced to the pudding, please,‘ Alice said rather hastily, `or shall we get no dinner at all. May I give you some?‘

But the Red Queen looked sulky, and growled `Pudding — Alice; Alice — Pudding. Remove the pudding!‘ and the waiters took it always so quickly that Alice couldn’t return its bow.

Ich finde es einfach nur köstlich. Solche Dialoge tauchen andauernd auf!

Gut, damit hätten wir auch den sprachlichen Aspekt erläutert. Was aber noch fehlt, ist das Geheimnis das Alice umgibt!

Wieso wurden die Bücher unzählige Male verfilmt, das Thema Alice im Wunderland so oft in Bildern, Musik und anderen Projekten aufgegriffen und weiterverfolgt und interpretiert? Was fasziniert uns an dieser Geschichte die uns Lewis Carroll da vorgesetzt hat?

Muss man dafür vielleicht noch verstehen warum und wie dieses Buch überhaupt entstand?

Nun, das lässt sich schnell feststellen: Lewis Carroll verstand sich gut mit dem Mädchen Alice Liddell, an dem er gerne seine Künste als Fotograf ausprobierte, und an einem Nachmittag bei einer Bootsfahrt mit ihren 2 Schwestern entstand die Inspiration zu der Geschichte von Alice im Wunderland. Nun, das ganze passierte also ziemlich unspektakulär.

Ist es also vielleicht der Wunsch des Menschen ewig jung zu bleiben und sich in fremde Welten hineinzuträumen, wie ein Kind? Dieses unschuldige Portrait eines Mädchens das in ihrer Fantasie so viele Abenteuer erlebt, trotzdem aber versucht Erwachsen zu wirken und sich selbst immer wieder auf den Pfad der ihr angelernten Tugenden bringt, und genau damit das Gleichgewicht schafft dass man als Erwachsener nicht mehr so einfach erreicht. Es ist nicht leicht sich selbst ins Gewissen zu reden und trotzdem so viel Spaß am Leben zu haben, auch wenn dieses Leben in einer anderen Welt stattfindet.

„Nur wer Erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“,

sprach auch schon Erich Kästner und beendet damit meine Gedanken über Alice und ihre Abenteuer im Wunderland und hinter den Spiegeln.

Ich hoffe dies war für einige Interessant und für andere ein wenig Stoff zum Nachdenken. Ich werde mich weiter an Erich Kästners Leitsatz halten und wünsche euch dasselbe. Twas brillig…

»

  1. Ich hatte an den Film keinerlei Erwartungen. Bin daher also auch nicht enttäuscht vom Film. Soll heißen ich werde mir den Film definitiv nicht nochmal ansehen oder auf DVD kaufen, hab ihn im Kino aber dennoch genossen und gelegentlich mal gelacht.
    Im Nachhinein würde ich sogar behaupten mir ist der Film zu nah am Original. Viel interessanter finde ich es wenn nur das grobe Thema (kleines phantasievolles Mädchen lebt in einer ganz eigenen Welt) auf eine ganz andere Geschichte adaptiert wird. Und somit etwas vollkommen unerwartetes erzählt wird. Eine möglichst gute Übereinstimmung mit irgendetwas empfinde ich eher als Wiederholung.
    Eine Sitznachbarin im Kino war aber wohl eben so enttäuscht vom Film wie du, wie ich das so mitgekriegt habe.

    • *_* Berlin! Du kommst aus Berlin? *seufz* good old heimatstadt!
      Entschuldige, dass ich so ungeduldig war, aber du scheinst mein einziger regelmäßiger leser zu sein! *niederknie* *anbet*
      Also deiner Meinung bin ich ja irgendwie auch. Man darf den film nicht als Adaption sondern als reine inspiration vom buch zum film sehen! Aber auf dvd werd ich ihn wohl auch nicht holen…
      Na dann! Danke für den kommentar, mach weiter so, du bist der einige grund, warum ich noch schreibe(nene, hab einfach ein mitteilungsbedürfnis glaub ich….) XD

  2. Ich teile die Meinungen hier ebenfalls und wollte mich hiermit auch noch bedanken, dass du eine ausführliche gute Kritik geschrieben hast. Ich werde meine Facharbeit zu ungefähr diesem Thema schreiben und freue mich somit über jede gut geschriebene Information 🙂

  3. Hallöchen, ich habe auch gestern erst meine Facharbeit zu Ende geschrieben in der es darum geht in wieweit sich der Konstruktivismus nach Watzlawick in „Alice in Wunderland“ widerspiegelt, und zwar in der Tim Burton Verfilmung.
    Im Gegensatz zu den meisten meiner Vorredner fand ich diesen Film eigentlich ziemlich gut und habe ihn auch auf DVD 🙂
    Ich denke, man darf in halt nicht als Verfilmung einer Buchvorlage bzw. als Adaption eines Buches sehen, sondern als Hypothese wie sowohl Alice als auch ihr Traum erwachsen werden könnten.
    Ich glaube nämlich, auch wenn Alice im neuen Film zu glauben scheint das Wunderland sei Realität, es doch nicht zwangläufig so ist. Ich glaube viel eher das ihre neuen Abenteuer im Wunderland sich ebenfalls nur in ihrem Kopf abspielen, denn das was im Wunderland mit ihr passiert ist genau das was sie dringend brauchte: Unterstützung, Menschen (Tiere und einige merkwürdige Wesen), die an sie glauben und die selbe Einstellung haben wie sie. (Das Unmögliche zu schaffen gelingt einem nur wenn man es für möglich befindet). Vor allem aber braucht Alice etwas das ihr Mut macht sich in der „realen“ Welt ihren eigenen Weg zu suchen und sich Ansprüchen der Gesellschaft zu wiedersetzten, schließlich lehnt sie am Ende den Heiratsantrag von Haymish ab, obwohl das zu jener Zeit etwas undekbares war, da er ja ein Lord ist.
    Meiner Meinung nach deuten nämlich einige Dinge darauf hin das es ebenso in ihrem Kopf passiert sein kann, wie die Tatsache dass sie ihre zwei Freundinnen mit Twideldum und Twideldei vergleicht (bilden wir unsere Träume nicht aus dem was wir kennen und erleben?) oder auch dass der Hutmacher an einer Stelle fast wörtlich das zu ihr sagt was ihr Vater bezüglich der Unmöglichen Dinge sagte („..Nur wenn du glaubst es sei unmöglich).
    Außerdem stellt Alice sich am Anfang des Films noch vor wie es sei zu fliegen und am Ende „schwebt“ sie einige Sekunden lang in der Luft bevor sie wieder hinabfällt und dem Jabberwocky den Kopf abschlägt.

    Was mir an diesem Film so gut gefällt ist eben die Tatsache das man am Ende immer noch nicht genau weiß ob sich nun um Traum oder Realität handelt.
    Ich würde auch nicht sagen dass die „kleinen“ Dinge aus den Büchern von Lewis Carrol komplett fehlen. Die Schaukelpferde zum Beispiel fliegen wie Libellen durch die Luft als Alice durch die Tür ins Wunderland tritt. Das die Teegesellschaft um den Hutmacher angesichts dieser dunklen Zeiten gerade mal keinen „Nicht-Geburtstag“ feiert ist denke ich auch nicht verwunderlich, zumal man ja in einem Rückblick sieht wie sie diesen mit der kleinen Alice feiern…

    Die Geschichte ist denke ich einfach erwachsener geworden, ebenso wie die Gedanke von Alice, und sollte es sich doch um einen von ihr erdachten Traum handeln ist verständlich dass auch die darin vorkommenden Figuren reifer geworden sind.

    Aber selbst wenn man die Handlung des Films in Frage stellt so kann man doch denke ich sagen dass Burton zumindest visuell ein Meisterstück erschaffen hat. Selten hat mich ein Kinofilm allein von den phantasievollen Bildern her so in Bann genommen, vor allem in 3D….als mir der Kopf des Jabberwocky entgegenrollte….uuuäääärrrggghhh 🙂

    Aber trotzdem finde ich es interessant mal eine andere Meinung bezüglich dieses Films zu hören 🙂 Vielen Dank für deinen Artikel

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich stimme dir zu, dass Tim Burton eben sein eigenes Wunderland erfunden hat, jedoch ist die Übertragung der Fantasie in die Realität vor allem dadurch fast zu real geraten, da Alice doch körperlich deutliche Blessuren aufweist die sich jedoch angeblich nur in ihrer Fantasie abgespielt haben sollen. Deswegen ist der Film eben nicht sehr nah an der originalen Struktur des Buches gehalten. Aber nichts desto trotz ist der Film sehr gut, aber frühere Filme von Tim Burton schätze ich doch weit mehr als diesen. Herzlichen Dank nochmal für deinen Kommentar und dass dir der Artikel gefallen hat, MfG, BWF

  4. Hallo das thema meiner seminararbeit ist es den alice im wunderland film von tim burton mit dem roman von lewis carrel zu vergleichen … fällz irgendjemandem ein unterwelchen punkten man am besten vergleichen könnt?
    danke schon mal =)

    • Hallo Melanie 🙂

      Klar fällt mir dazu was ein:
      1. Wie ich im Artikel schon bemängelt habe, treten meiner Meinung nach starke Unterschiede auf, wenn es um die rationale Handlungsweise der Charaktere in Tim Burtons Film geht. Wirklich rational verhält sich im Buch von Lewis Carroll aber keiner!(Cause we’re all mad here!)
      2. Du könntest die Charakterliche Darstellung der „erwachsenen“ Alice im Film mit der „kleinen“ Alice im Buch vergleichen, um herauszustellen, ob die junge Alice sich wirklich zu der älteren Alice, nach Tim Burtons Vorstellung, entwickelt hätte.
      3. Generell kann man immer vergleichen, wie gut die Charaktere die Tim Burton im Film darstellt, mit denen aus dem Buch zusammen passen, bzw. welche Unterschiede es gibt. Die Haselmaus z.B. ist bei Tim Burton sehr kämpferisch, im Buch jedoch lediglich Gast bei der Teeparty des Hutmachers und äußerst verschlafen.

      Wenn du einen Film sehen willst, der sich wirklich sehr genau an das Buch hält, dann schau dir diesen Film mal an: http://www.imdb.com/title/tt0164993/?ref_=sr_3
      Eventuell kann man dadurch auch noch einige Vergleiche ziehen!

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen! Darf ich vielleicht fragen, was du studierst?

      Alles Liebe
      blackwhitefluffy

  5. Hallo bin grade beim recherchieren für meine Facharbeit auf deinen Blogpost hier gestoßen. Es gibt ja schon seit langem und sehr weit verbreitet Hypothesen, dass sowohl Carroll’s Geschichte als auch andere Adaptionen irgendwas mit Drogen zu tun haben müssen und eigentlich nur einen riesigen Drogentrip darstellen, dazu gibt’s auch einiges im Internet in diversen Drogen-Foren jedoch nichts wirklich brauchbares für eine Seminararbeit 😀
    Mein Titel heißt „Carroll’s “Alice in Wonderland” – Psychedelic experience or children’s book?“ und ich wollte dich fragen ob du zu dem Thema irgendetwas beitragen könntest, wäre dir wirklich unendlich dankbar falls du dazu irgendwelche Informationen hast, egal ob du mir deine eigene Meinung dazu mitteilst oder etwas Handfestes also eine Internetquelle oder ähnliches das ich auch verwenden könnte 🙂 Vielen Dank schon mal im Vorraus! LG

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